Sensory-mismatch

By on 13. Februar 2019

Sensory-mismatch oder die falsche Integration sensorischer Information!

In diesem Artikel möchte ich auf das Phänomen des sensory mismatch und deren Folge auf Bewegung und Bewegungssteuerung eingehen. Sensory-mismatch, was soll das sein? Wie der Name schon sagt geht es um sensorische Information und deren Kongruenz oder eben nicht. Welche Informationen sollen oder vielmehr müssen denn kongruent sein? Alle Informationen, die das Gehirn zur Auswertung bekommt. Ihr ahnt es sicherlich. Alle, die meine Artikel um das Neuro-Performance oder Neuroathletik Training verfolgen wissen, dass es um die Informationen aus den drei bewegungssteuernden  Systemen geht – visuell-, vestibulär-, prop./kin. System.

Ich möchte mal mit einem sensory-mismatch Beispiel anfangen, dass jeder kennt und wahrscheinlich selbst erlebt hat. Wem ist im Auto beim Lesen schon mal schlecht geworden? Mir schon. Was passiert dort aus neurophysiologischer Sicht? Unsere Rezeptoren nehmen unterschiedliche Reize wahr, die für das Gehirn nicht kongruent sind. Dein Beschleunigungssensor meldet Bewegung (Abbremsen + Beschleunigen des Autos), das Auge meldet Stillstand (das Buch und seine Buchstaben bewegen sich nicht). Das Gehirn löst daraufhin Unwohlsein und Schwindel aus, um Dich zu zwingen etwas an Deiner Situation zu ändern, da das Gehirn für optimale Entscheidungen Informationen braucht, die zueinander passen.

Ein 2. Beispiel, und jetzt kommen wir dem Fitnesssport näher, ist das Laufen auf dem Laufband. Kennt Ihr Kunden, die Probleme damit haben? Der Grund ist sensory-mismatch, zwischen dem prop./kin. System (meldet Bewegung), dem vestibulär System (meldet Auf und Ab) und das Auge registriert keine translatorische Bewegung + Beschleunigung. Das Ergebnis torkelnder Gang, Gleichgewichtsstörung und Unsicherheit bis zu Schwindel. Viele halten sich fest und das Ergebnis ist eine gekrümmte falsche Haltung.

Für das Gehirn und dessen Kommunikation mit der Umwelt ist es zwingend erforderlich gute Voraussagen zu treffen was passieren wird, um sich optimal zu bewegen. Wie schon erwähnt sind dir sensorischen Informationen unklar kann das sofort zur Veränderung von Bewegungsmustern führen.

Was bedeutet das für mich als Trainer? Ein Beispiel für mangelnde sensorische Integration aus meiner Praxis.

Eine Klientin hat Probleme bei Rotationsübungen – das Ergebnis Schwindel und Unwohlsein an weiteres Training ist nicht zu denken. Lösung: Übung weglassen! Nein! Ursache ist hier das Zusammenspiel zwischen Vestibulär-System (dem horizontalen Bogengang) und dem visuellen System (Augenbewegung bei Drehung). In der Neuro-Performance sprechen wir vom Vestibulär-Okkularen-Reflex (VOR). Das heißt bei Drehbewegung sollten die Augen möglichst lange ein Punkt fixieren und sich dann mitbewegen. Wir haben den VOR dann mit einem Neurologischen Aktivierungsmuster (NAM) getriggert. Hierbei war die Aufgabe ein Punkt zu fixieren und den Kopf möglichst schnell in die Richtung zu drehen in der der Schwindel auftrat. Wir haben die Übung unmittelbar nach dem NAM wiederholt und siehe da Schwindel weg. Deswegen arbeite ich so gerne mit Neuro-Performance. Dieses System gibt Dir Lösungsmöglichkeiten für Probleme an denen Du sonst gescheitert wärst und das Beste die Lösungsmöglichkeiten greifen sofort. Wir konnten ohne weitere Einschränkungen weiter trainieren. Ich hätte jetzt noch viele Beispiele mehr, aber der Artikel ist schon so lange, deswegen werde ich in weiteren Artikeln noch mal darüber schreiben. Du willst jetzt mehr wissen über VOR und NAM´s für Augen und Innenohr dann schau in unserer 3-tägigen Ausbildung am  05.07.-07.07.19 vorbei. Ich verspreche euch 3 Tage vollgepackt mit neuem Wissen und viel Praxis, die euch mit euren Klienten sofort weiterbringt. Wenn Ihr auch einen oder mehrere Kunden habt, die Probleme mit Bewegungen haben, schreibt mich gerne an, ich versuche zu helfen.

In diesem Sinne Qualität entscheidet

Hier geht´s zur Ausbildung: Neuro-Performance-Trainer Ausbildung