Das 90/10 Gehirn!

By on 6. März 2019

 Ich möchte in diesem Beitrag von einem Phänomen erzählen, dass sicher jedem Trainer, Therapeuten und Personal Trainer geläufig ist. Die Mär von der starken und schwachen Seite! Habt Ihr selbst einen Kunden oder das Problem, das bei bilateralen Bewegungen eine Seite schwächer ist? Woran liegt das, na klar wir benutzen diese Seite ja auch mehr. Ja , Ihr habt recht. Aus neurophysiologischer Sicht ist diese Seite besser im Gehirn abgebildet und wird gezielter angesteuert. Warum verletzen wir uns dann so oft auf der besseren Seite? Weil wir Sie öfter benutzen! Auch richtig. In der Behandlung solcher Beschwerden, habe ich oft festgestellt, dass ein beüben der betroffenen Seite oft nicht zum Erfolg geführt hat, aber warum? Aus Sicht der Neurophysiologie sind nur 10% des Gehirns für willentliche Bewegung zuständig, der Rest und das sind sage und schreibe 90%, sind für Stabilisierung zuständig und wir beschäftigen uns im Training meistens nur mit den 10%. Welcher Teil des Gehirns stabilisiert reflexiv – richtig das Kleinhirn. Wie tut es das?

Das rechte Kleinhirn empfängt Signale aus der rechten Körperseite und bringt Sie in den linken Cortex. Die klassische Überkreuzung des Gehirns. Dann hört es aber bei den meisten schon auf mit Gehirn und Bewegung. Wenn ich jetzt eine Bewegung mit der rechten Hand plane dann aktiviert mein linker Cortex ein Bewegungsprogramm und gleicht es mit Informationen aus dem rechten Kleinhirn ab. Gleichzeitig muss die gesamte linke Körperhälfte stabilisiert werden. Das wird nun über die linke Kleinhirnhälfte im Verbund mit anderen Hirnregionen erreicht. Sie steuert alle anderen Muskeln (ca. 90% der Aktivierung), dass die Bewegung auch ihr Ziel erreicht.  Das ist sehr spannend!

Ein kleines Beispiel aus dem Fitnessalltag. Wenn Ihr einen Einbeinstand rechts macht und mit dem freien linken Bein z.B. Kick-backs macht dann trainiert Ihr reflektorisch die Stabilisierung der rechten Hüfte und das merkt der Klient meistens auch. Er spürt nämlich die rechte Seite meist mehr als die linke. Genau das gleiche Konzept funktioniert auch bei der Schulter. Schulterprobleme li durch ein Training der rechten beheben. Das Training sollte dabei natürlich nicht an Maschinen erfolgen, sondern stehend im Schwerkraftfeld, so dass reflexive Stabilisierung auf der linken Seite erforderlich ist.

Mehr Input zum Thema reflexive Stabilisierung gibt es im Neuro-Performance Trainer Level I.

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Sensory-mismatch

By on 13. Februar 2019

Sensory-mismatch oder die falsche Integration sensorischer Information!

In diesem Artikel möchte ich auf das Phänomen des sensory mismatch und deren Folge auf Bewegung und Bewegungssteuerung eingehen. Sensory-mismatch, was soll das sein? Wie der Name schon sagt geht es um sensorische Information und deren Kongruenz oder eben nicht. Welche Informationen sollen oder vielmehr müssen denn kongruent sein? Alle Informationen, die das Gehirn zur Auswertung bekommt. Ihr ahnt es sicherlich. Alle, die meine Artikel um das Neuro-Performance oder Neuroathletik Training verfolgen wissen, dass es um die Informationen aus den drei bewegungssteuernden  Systemen geht – visuell-, vestibulär-, prop./kin. System.

Ich möchte mal mit einem sensory-mismatch Beispiel anfangen, dass jeder kennt und wahrscheinlich selbst erlebt hat. Wem ist im Auto beim Lesen schon mal schlecht geworden? Mir schon. Was passiert dort aus neurophysiologischer Sicht? Unsere Rezeptoren nehmen unterschiedliche Reize wahr, die für das Gehirn nicht kongruent sind. Dein Beschleunigungssensor meldet Bewegung (Abbremsen + Beschleunigen des Autos), das Auge meldet Stillstand (das Buch und seine Buchstaben bewegen sich nicht). Das Gehirn löst daraufhin Unwohlsein und Schwindel aus, um Dich zu zwingen etwas an Deiner Situation zu ändern, da das Gehirn für optimale Entscheidungen Informationen braucht, die zueinander passen.

Ein 2. Beispiel, und jetzt kommen wir dem Fitnesssport näher, ist das Laufen auf dem Laufband. Kennt Ihr Kunden, die Probleme damit haben? Der Grund ist sensory-mismatch, zwischen dem prop./kin. System (meldet Bewegung), dem vestibulär System (meldet Auf und Ab) und das Auge registriert keine translatorische Bewegung + Beschleunigung. Das Ergebnis torkelnder Gang, Gleichgewichtsstörung und Unsicherheit bis zu Schwindel. Viele halten sich fest und das Ergebnis ist eine gekrümmte falsche Haltung.

Für das Gehirn und dessen Kommunikation mit der Umwelt ist es zwingend erforderlich gute Voraussagen zu treffen was passieren wird, um sich optimal zu bewegen. Wie schon erwähnt sind dir sensorischen Informationen unklar kann das sofort zur Veränderung von Bewegungsmustern führen.

Was bedeutet das für mich als Trainer? Ein Beispiel für mangelnde sensorische Integration aus meiner Praxis.

Eine Klientin hat Probleme bei Rotationsübungen – das Ergebnis Schwindel und Unwohlsein an weiteres Training ist nicht zu denken. Lösung: Übung weglassen! Nein! Ursache ist hier das Zusammenspiel zwischen Vestibulär-System (dem horizontalen Bogengang) und dem visuellen System (Augenbewegung bei Drehung). In der Neuro-Performance sprechen wir vom Vestibulär-Okkularen-Reflex (VOR). Das heißt bei Drehbewegung sollten die Augen möglichst lange ein Punkt fixieren und sich dann mitbewegen. Wir haben den VOR dann mit einem Neurologischen Aktivierungsmuster (NAM) getriggert. Hierbei war die Aufgabe ein Punkt zu fixieren und den Kopf möglichst schnell in die Richtung zu drehen in der der Schwindel auftrat. Wir haben die Übung unmittelbar nach dem NAM wiederholt und siehe da Schwindel weg. Deswegen arbeite ich so gerne mit Neuro-Performance. Dieses System gibt Dir Lösungsmöglichkeiten für Probleme an denen Du sonst gescheitert wärst und das Beste die Lösungsmöglichkeiten greifen sofort. Wir konnten ohne weitere Einschränkungen weiter trainieren. Ich hätte jetzt noch viele Beispiele mehr, aber der Artikel ist schon so lange, deswegen werde ich in weiteren Artikeln noch mal darüber schreiben. Du willst jetzt mehr wissen über VOR und NAM´s für Augen und Innenohr dann schau in unserer 3-tägigen Ausbildung am  05.07.-07.07.19 vorbei. Ich verspreche euch 3 Tage vollgepackt mit neuem Wissen und viel Praxis, die euch mit euren Klienten sofort weiterbringt. Wenn Ihr auch einen oder mehrere Kunden habt, die Probleme mit Bewegungen haben, schreibt mich gerne an, ich versuche zu helfen.

In diesem Sinne Qualität entscheidet

Hier geht´s zur Ausbildung: Neuro-Performance-Trainer Ausbildung

Arthrokinematischer-Reflex

By on 6. Februar 2019

Der arthrokinematische Reflex  – die geheime Verbindung der Gelenke

Hast Du auch schon mal einen Kunden gehabt, der auf einer Seite schwächer ist, oder der Schmerzen beim Laufen oder bei körperlicher Belastung auf einer Seite hat? Du trainierst und trainierst und trainierst, aber die Seite will einfach nicht besser werden bzw. der Schmerz verschwindet nicht. Dann könnte der arthrokinematische Reflex die Lösung sein nach der Du gesucht hast!

Aber der Reihe nach, was ist der arthrokinematische Reflex überhaupt? Nehmen wir das Wort auseinander und gehen der Sache auf den Grund. Das Athron = das Gelenk, Kinematik = Bewegungslehre und der Reflex = eine Reaktion des Körpers auf einen Stimulus ohne direkte Hirnbeteiligung. Also handelt es sich hierbei um die reflexive Antwort eines Gelenks auf einen äußeren Stimulus, der am Ende das Bewegungsbild beeinflusst. Doch was ist das für ein Stimulus und wie schaut die reflexive Antwort aus?

Wer sich mit neurologischen Ansätzen von Bewegung, sei es über Neuroathletik, Neuro-Performance oder Z-Health beschäftigt hat, der weiß, das ein Großteil unserer Bewegungsinformationen aus den bindegewebigen Anteilen der Gelenke kommt (propriozeptiv/kinästhetisches System). Das heißt, je besser die Informationsqualität aus den Gelenken, umso besser ist das Ergebnis der Zielbewegung. Das heißt aber auch im Umkehrschluss wenn Informationen aus den Gelenken und den umgebenden Strukturen ausbleiben, oder reduziert sind dann ist das Bewegungsbild gestört. Eine Störung kann immer dann auftreten wenn das Gelenk ungewohnt belastet wird, zum Beispiel bei einer Distorsion, einer Kompression oder Luxation. In diesem Fall wird der Körper reflexiv die Muskelspannung herabsetzen um das Gelenk nicht weiter zu bewegen und in einem nächsten Schritt sendet das Gehirn Schmerzsignale, wenn Du versuchst das Gelenk zu bewegen. Die Muskulatur wird also für einen gewissen Zeitraum abgeschaltet. Der arthrokinematischer Reflex kann aber auch Muskelspannung heraufsetzen. Das beste Beispiel ist der Hexenschuss, vielleicht hast Du schon mal einen gehabt. Hierbei haben wir eine ungewohnte Bewegung, dann wird über ein reflexives Programm aus der Gelenkkapsel der Muskel angespannt, um eine eintretende Verletzung zu vermeiden. Das Ergebnis ist in beiden Fällen ein gestörtes Bewegungsmuster.

Die Lösung: Du musst den arthrokinematischen Reflex auflösen. Dafür eignen sich die neurologischen Aktivierungsmuster (NAM´s) aus der Neuro-Performance-Trainer Ausbildung Level I hervorragend. Das interessante dabei ist, das ein arthrokinematischer Reflex ganze Muskelstränge hemmen kann und das nicht zwingend der Muskel betroffen ist, dessen Gelenk auch komprimiert wurde, so gilt es herauszufinden wo die Kompression stattgefunden hat, dies löst man am besten über die Mutter aller Screening Werkzeuge – die Anamnese. Hat man die Stelle gefunden so lösen die NAM´s das Gelenk sofort und die Kraft ist in Sekunden wieder vorhanden.

Ich werde euch im nächsten Artikel ein Video präsentieren, dass den arthrokinematischen Reflex zeigt und wie Ihr ihn lösen könnt! Natürlich werden wir ganz viele Beispiele auch in der Neuro-Performance-Ausbildung im Juli besprechen.

Mehr Informationen findet Ihr hier: Neuro-Performance-Trainer-Ausbildung Level I

Neuro-Performance Hack “Knieschmerz”

By on 2. Februar 2019

Hi liebe Neuro-Performance Interessierte,

heute möchte ich euch einen kleinen Hack vorstellen, den ich letztens mit einer Personal-Trainings Kundin gemacht habe. Mich suchte eine Frau auf , die seit längerem Schmerzen im rechten Knie hatte. Die Schmerzen traten beim Spinning und beim Yoga auf. Sie war beim Orthopäden, Physiotherapeuten und auch schon bei einem Personal-Trainer. Sie erzählte mir von all den Standardübungen, die ich auch früher immer aus dem Hut gezogen habe. Der Physio hat das Knie massiert und Stabi´s auf der Airexmatte gemacht (wer sie nicht kennt, das ist eine kleine blaue Schaumstoffmatte), immerhin schon mal aktives Üben. Die Arztbehandlung erläutere ich hier nicht weiter. Nur soviel sei gesagt, sie war nicht lange von Erfolg gekrönt. Der Trainer machte Kniebeugen, Stabi´s, Ausfallschritte – Tenor Kräftigung der Muskulatur und somit eine Stabilisierung des Gelenks. Das Ergebnis – mehr Knieschmerzen!

Diese Info´s waren für mich schon mal extrem wertvoll. Stabi´s und Muskelaufbau funktionierten noch nicht, wahrscheinlich keine korrekte neuromuskuläre Aktivierung der knieumspannenden Muskulatur (m. quadriceps femoris, ischicrurale Muskegruppe, m. gluteaus max. mid. min., sowie sartorius und tensor) + falsche Bewegungsvorstellung. Also kurz aus neurothletischer Sichtweise auf das Problem geschaut und eine gezielte strukturelle Dehnung des Ligamentums fibulocalcaneare, Ligamentums tibionaviculare sowie des Ligamentums tibiotalare anterius vorgenommen und die Kniebeuge wiederholt. Ergebnis ein deutlich besseres Bewegungsgefühl und kein Knieschmerz mehr. Was ist jetzt genau passiert? In diesen beiden Bändern sitzen haufenweise Mechanorezeptoren, die Informationen nach oben an das Gehirn funken. Diese Rezeptoren funktionierten nicht richtig. Durch die gezielte strukturelle Dehnung haben wir die Rezeptoren aufgeweckt und wieder für ein besseres Bewegungsbild gesorgt bzw. mehr Informationen für das Gehirn bereitgestellt, Entscheidungen über den Bewegungsablauf zu treffen. Wir wissen aus der Neurophysiologie, dass genau diese Bänder zu einer erhöhten Aktivität der Oberschenkelmuskulatur führen. Wir haben dann noch ein paar weiterer neurologische Aktivierungsmuster (NAM´s)durchgeführt und Sie hatte O-Ton Kundin: ” Das beste Kniegefühl, dass Sie je hatte!” Die Übungen hat Sie dann als Hausaufgabe mitbekommen und anschließend auch beim Yoga und Spinning keine Knieschmerzen mehr.

Du möchtest jetzt mehr wissen über Neuroathletik und Neuro-Performance und NAM´s kennenlernen, dann buche jetzt unseren 3-tägige Ausbildung zum Neuro-Performance-Trainer.

Hier kannst Du buchen: Neuro-Performance-Trainer Ausbildung

Deutsche Akademie für Neuro Performance

Deutsche Akademie für Neuro-Performance

By on 29. Juli 2016

Hallo liebe Leute,

es ist endlich soweit. Die Deutsche Akademie für Neuro-Performance ist online. Hier werdet Ihr in Zukunft mehr über den neurologischen Hintergrund von Training erfahren und warum bestimmte Sachen sinnvoller sind als andere. Wir beschäftigen uns mit neurologischen Abläufen während Bewegungsprozessen und wie man gestörte Bewegungsmuster erkennt und behebt. Ich poste in Zukunft Kundenerfahrungen und jede Menge neuer Aspekte, die Ihr so noch nie in eurer bisherigen Arbeit mit Kunden beachtet habt. Die Ausbildungen zum Neuro-Performance-Trainer stellen ein völlig neues Berufsfeld dar und geben euch jede Menge mehr Möglichkeiten eure Klienten zu verstehen und die Performance Bremse zu lösen!

Also macht euch bereit für eine Menge neuen Neuro-Stoff, der eure Trainingswelt bereichert. Schaut auf meiner Website vorbei: neuro-performance.com

Bis dann euer Patrick Eurich